GELDMENGEN aus dem GLEICHGEWICHT !

Es gibt eine Problematik, die unser Leben in absehbarer Zeit völlig durcheinanderbringen wird, aber keiner spricht darüber!

Dieses uns real betreffende Problem wird öffentlich nicht angesprochen, es besteht dafür gar kein durchgehend öffentliches  Problembewusstsein, obwohl bei Finanzkrisen – so 2008 – es kurzzeitig alarmierend angesprochen wurde.

Die Problematik, die unser reales Leben gefährdet, ist die gewaltige Blase an Geld, das mit Spekulationen entsteht und wieder für Spekulationen eingesetzt wird. Die dadurch entstehende Geldblase schadet nicht nur unserer Wirtschaft, unsere Wirtschaft ist dadurch extremst gefährdet.

Die entscheidende Frage ist:

Was geschieht, wenn das Derivatenkapital,

( Geld das entstanden ist durch Wetten auf Geldwerte und Realienwerte)

das mehr als die zehnfache Menge des

Wirtschaftskapitals ( Alles Geld, das wir in der Realwirtschaft für Investitionen, zum Kauf von Produkten und Dienstleistungen, für Löhne usw. einsetzen.) ausmacht, die Realwirtschaft überflutet? 

Was geschieht mit den Schulden, die die Europäische Zentralbank durch ihre immensen Ankäufe von maroden Staatsanleihen angehäuft hat? (2)

Unsere Schulden sind aber, gegenüber der Geldmengen, die durch Wetten auf Werte angehäuft werden, ein vergleichbar geringeres Problem.

Wechselseitig verstärkt, würde dies zu einer unvorstellbaren Inflation führen!   

Wir können uns das Phänomen, welches durch das Derivatenkapital entstanden ist, wie zwei mit Flüssigkeit gefüllte Schwimmbecken vorstellten(1):

In dem kleineren Becken ist alles Geld verflüssigt, das wir für den Erwerb von Häusern, Autos, Wurstsemmeln, Hemden, für den Straßenbau, für den Kauf von Grundstücken, Immobilien, für Öl und seltene Erden, aber auch für Löhne und Dienstleistungen einsetzen, eben alles, was zur Realwirtschaft gehört.

In dem zehnmal so großen Becken ist all das Geld, das spekulativ eingesetzt und dadurch vermehrt wurde, dass Wetten auf Werte, auf fallende wie steigende Kurse, abgeschlossen wurden. Ein Geld, das fast ausschließlich virtuell existiert, aber jederzeit in Geld umgeformt werden kann, mit dem Grundstücke, Flugzeuge und ganze Länder gekauft, oder in die Pleite getrieben werden können.

Wie Sie bemerkt haben, sind das wohl zwei Becken, aber sie können auch korrespondieren. Das große Becken kann das kleine leicht überschwemmen. Eine Überschwemmung der Art wurde bisher Inflation genannt! 

Zuerst, wieso kam es zu diesem unverhältnismäßigen Geldüberschuss? 

An sich ist die Börse dafür da, den Wert von Werten in einer Art Wettbewerb festzustellen. Der Staat, die Staaten können nur begrenzt über die Bargeldmenge und über den Leitzinssatz und Bankenregeln, wie Basel1/2/3/4 die Geldpolitik beeinflussen.

Aber nicht irgend ein Staat legt den Wert von Werten fest, sondern der Markt und sein Bewertungskriterium, das sich danach richtet, ob etwas gefragt ist oder nicht! 

Derivate waren ursprünglich Versicherungen auf Risiken, große Überseeschiffe mit ihren immensen Ladungen mussten versichert werden. Da diese Versicherungssummen so hoch waren, dass auch größte Versicherer ihre Existenz damit gefährden würden, teilten sich mehrere Versicherungen das Risiko. 

Mit Optionspapieren erkaufe ich mir das Recht, an einem bestimmten Zeitpunkt, Waren oder Geld zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen zu können. Liegt an dem vereinbarten Zeitpunkt der reale Preis darüber, habe ich die Differenz gewonnen, liegt er darunter, habe ich  Geld verloren ( grob ausgedrückt). 

Diese ursprünglich für den Händler gedachte Absicherung (um sich gegen zu große Preisschwankungen abzusichern)  

bildete inzwischen die Grundlage für vielfältige Spekulationen, in denen es nur darum geht, aus Kurs- und Preisschwankungen Gewinne zu erwirtschaften,

d.h. durch Spekulationen auf Werte wird eine horrende, Werte-gefährdende Geldmenge geschaffen.

Was ursprünglich gedacht war, um Werte zu bewerten, zerstört heute alle Möglichkeit der Wertfindung durch eine  Inflation, die für uns nicht sofort sichtbar wird.

Der zehnfache Geldmenge-Zuwachs macht deutlich, wie lukrativ das Geschäft mit Werten ist, oder anders gesagt, wieviel mehr Wetten einbringen als der gezielter Einsatz von Kapital im Wirtschaftsgeschehen, jenem Geschehen, das die durch Realien und Arbeit belegten Werte wirklich garantiert. 

Wenn das Gefälle zwischen dem kleinen und dem großen Becken so gewaltig ist, wieso haben wir dann keine Inflation? 

Meine laienhaft verkürzende Sicht sagt mir, das muss mit der Umlaufgeschwindigkeit und mit Vorkehrungen, die beiden Geldmengen getrennt halten, zu tun haben kann. 

Wenn die Zinsen niedriger sind und Gehälter so, dass konsumiert werden kann, wenn genügend Güter in kurzer Zeit immer schneller zur Verfügung stehen, muss sich die erhöhte Geldmenge nicht inflationär auswirken, sondern die Preise können in dem Rahmen gehalten werden, der den Zentralbanken plausibel erscheint, so bei 2-4%.

Die Preise und Löhne bleiben trotz des Geldmengenüberhangs weitgehend stabil. 

Dass diese Beschleunigung des Güterkreislaufes nicht gerade nachhaltig sein kann und für Natur und Mensch ausbeutend sein muss wird – vermute ich – deutlich! 

Sollte meine, wie gesagt laienhafte Annahme, stimmen, so wäre, zumindest in dem einen Punkt, verständlich, wieso die Zentralbanken, insbesondere die EZB den Leitzins nahe an der Grenze zum Minuszinsen halten muss.

Nur wird trotzdem an einigen Stellen z.B. in den Preissteigerungen von Immobilien aber auch an der Preisentwicklung von Gold oder Öls sowie der seltenen Erden deutlich, wie sich ein so immenser Geldüberhangt auswirkt.(3)

Wer Geld oder ein Haus geerbt hat, der legt das sicher nicht an, bekommt er doch keine Zinsen, er kauft sich wieder  Immobilien. Das aber führt zu einer immensen Preissteigerung, dem wir allerorts nicht Herr werden.

Am Immobilienmarkt wir das Zusammenspiel von Geldüberhang und Zinspolitik deutlich: Eine Wohnung wird für einen Durchschnittsverdiener in Mitteleuropa nicht mehr erschwinglich sein! 

 So zeigt sich im Immobilienbereich die reale Geldentwertung, die Inflation am Objekt!

Nicht zufällig waren die Immobilienpreise, die von den Eigentümern selbst – mit oder ohne Krise – nie hätten bezahlt werden können, im Zusammenspiel mit Versicherungen auf diese Werte, der Auslöser des Finanz-Crashes von 2008. 

Der hat damals deutlich gemacht, wie schnell die Spekulationen am großen Becken das kleine austrocknen kann! 

Experten behaupten, es wurde seit 2008 am Finanzsystem nichts so grundlegend verändert, dass so ein Zusammenspiel zukünftig verhindert werden könnte…..?! 

 

 

 

 

(1) Die Geldmengentheorie spricht von mehr als zwei Geldmengen, insofern von mehreren Becken. Die Vereinfachung in zwei Becken scheint mir für die angesprochene Problematik geeignet zu sein.

(2) Die Nullzinspolitik der EZB war notwendig damit z.B.

Griechenland überhaupt seine Schulden, oder zumindest die Zinsen davon bezahlen kann ( weitgehend an deutsche Banken). Der Aufkauf maroder Staatsanleihen durch die EZB dient auch dazu Griechenland, Italien und zu stützen. Die Argumentation, das Geld käme über das damit entstehende Vertrauen der Gläubiger sofort wieder herein erscheint mir gar zu dünn! 

(3) Ich verweise auf die Preisentwicklung im Jahre 2008, als die Finanzstruktur zusammenbrach.

   

Kadesch

Zwei Gegner stehen sich hier wie in Kadesch gegenüber, das weit geringere Wirtschaftskapital und das Derivatenkapital:

Wer überlegen ist, ist jetzt schon klar!

Wer die Schlacht verliert, hoffentlich noch nicht?

Auseinandersetzen mit Ideen zur Weltwirtschaft, zum Euroraum, im Besonderen in Bezug auf die Geldpolitik!